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๐ Die wichtigsten Fakten zusammengefasst:

PRINCE2 ist die wohl bekannteste Methode des klassischen Projektmanagements. Doch wieso ist sie รผberhaupt so erfolgreich? Und wie lรคuft ein klassisches Projekt mit PRINCE2 eigentlich ab? In diesem Artikel gehen wir genauer auf den PRINCE2 Projektsteuerungskreislauf ein und erklรคren dir ganz genau, wie er funktioniert. Damit auch du ihn gegebenenfalls fรผr dein eigenes Projekt anwenden kannst. Viel Spaร beim Lesen!
PRINCE2 Projektsteuerungskreislauf: Die 6 Dimensionen

Ein wichtiger Grundsatz, auf dem die PRINCE2-Methodik aufbaut, ist der Projektsteuerungskreislauf. Hierbei geht es kurz gesagt um die Planung, Delegation, รberwachung und Steuerung der einzelnen Aspekte eines Projekts. Dieser Kreislauf findet in allen Dimensionen von PRINCE2 statt, welche im Schaubild innerhalb des Kreislaufes als Dreieck mit drei Kreisen abgebildet sind. Der Projektsteuerungskreislauf stellt die Ablaufbeschreibung fรผr das erfolgreiche Management der folgenden sechs Projektdimensionen dar. Die sechs Dimensionen innerhalb von PRINCE2 sind:
Dimension 1: Zeit
Wie viel Zeit das Projekt benรถtigt. Wann das Projekt beginnt, wann es (planmรครig) enden soll. Wann welche Phase beginnt, wann welches Produkt erstellt wird: All das sind zeitbezogene Aspekte, die der Projektmanager unbedingt mit hoher Aufmerksamkeit managen sollte. Gerade bei groรen, bekannten und/oder prestigetrรคchtigen Projekten ist die Zeit neben dem monetรคren Aspekt der รถffentliche Aufhรคnger schlechthin. Aber auch Unternehmen kรคmpfen in ihren Or- ganisationen hรคufig mit teilweise extrem verspรคteten Projekten. Woher kommt das? Liegt das an mangelnder Management-Kompetenz? Oder sind die hiesigen Projektmanager einfach nur nicht in der Lage, valide Zeitplรคne vorzulegen? PRINCE2 gibt hierfรผr einige Tools mit an die Hand, welche zur einer bedarfsge- rechten zeitlichen Planung, Delegation, รberwachung und Steuerung des Projekts massiv beitragen.
Dimension 2: Kosten
Neben dem gerade angesprochenen Zeitaspekt ist die Kostendimension die mit Abstand essentiellste. Schlieรlich steht und fรคllt alles damit, dass es innerhalb eines Projekts einen Geldgeber gibt, der ein naturgemรคร hohes Interesse an der Projektdurchfรผhrung und schlieรlich dem Projekterfolg hat. Der Geldgeber alleine hat die โMachtโ, das gesamte Projekt einzustellen. Wie also sollte der Projektmanager hinsichtlich dieser essentiellen Stakeholder-Attention agieren? Nach der PRINCE2-Terminologie nimmt der Projektmanager hier eine Art Vermitt- lerrolle ein, der die Interessen der Stakeholder wie zum Beispiel dem Auftraggeber mit denen der Lieferanten zueinander bringt.
Dimension 3: Qualitรคt
Umgangssprachlich wird โQualitรคtโ per se als absolut positiv gewertet. Man spricht davon, dass das โAuto Qualitรคt hatโ. Anders ausgedrรผckt sagt man also, dass das Auto โEigenschaftenโ hat. Denn genau so ist Qualitรคt zu sehen. Und zwar als Eigenschaften, die von dem Projekt umgesetzt werden sollen. Ob die Eigenschaften, also die Qualitรคt, โgutโ oder โschlechtโ sind, vermag der Kunde bzw. der Auftraggeber beurteilen. Der Projektmanager hat nicht das Recht, dies zu beurteilen. Aber er hat jedoch die Pflicht, dies mit gegebenen Ressourcen so gut es mรถglich ist umzusetzen. Spรคtestens hier sollte einem die โmagischeโ Verbindung von Zeit, Kosten und Qualitรคt bewusst werden. Diese drei stehen in stรคndiger Abhรคngigkeit voneinander.
Mรถchten wir bei unseren Olympischen Spielen die Hรคuser der Olympioniken in einer hochwertigen oder einer mittelmรครigen Ausstattung? Je nachdem verรคndert sich natรผrlich der monetรคre Aspekt, da bei der hoch- wertigen Ausstattung ausschlieรlich Marmorfuรboden verlegt werden soll, welcher deutlich teurer ist als der Teppichboden der mittleren Ausstattung. Hierbei fรคllt natรผrlich ins Auge, dass Marmor eine deutlich lรคngere Lieferzeit hat als Teppich. Das Projekt wรผrde sich also neben einer Kostenerhรถhung auch noch massiv verspรคten. Nun liegt es am Projektmanager, in Anbetracht der Anforderungen der Stakeholder den besten Weg fรผr das Projekt zu finden. Das bedeutet keinesfalls, dass er hierbei persรถnliche Anforderungen berรผcksichtigt. Vielmehr muss er die von den Stakeholdern geforderten Qualitรคtsaspekte so gut es geht berรผck- sichtigen oder eben, bei Nichteinhaltung dieser, die Problematik den Stakeholdern so frรผh als mรถglich melden.
Dimension 4: Risiko
Wie baut man innerhalb des Projektes ein geeignetes Risikomanagementsystem auf? Mit der Frage beschรคftigten wir uns im Folgenden beim Thema โRisikoโ. Als Dimension bringt โRisikoโ zum Ausdruck, dass es sich um eine tรคglich zu erfรผllende Aufgabe des Projektmanagers handelt. Selbstverstรคndlich ist hierbei, dass es so hochspezifische Risiken zu beachten gilt, die weit รผber die Kompetenz eines โ egal wie guten โ Projektmanagers hinausgehen. Das ist auch vollkommen in Ordnung, bedenkt man doch, dass die PRINCE2-Terminologie hierfรผr eigene Teilprojektleiter, oder wie in PRINCE2 beschrieben, Teammanager gibt, die durch ihr fachliches Know-how hervorstechen. Diese und deren Teammitglieder mรผs- sen in die Pflicht genommen werden, eine Gesamt-Risikostrategie fรผr das Projekt mitzuentwickeln und vor allem Einzelrisiken auf den unterschiedlichen Ebenen zu identifizieren und unter gewissen Umstรคnden dem Projektmanager zu mel- den. Dieser wiederum ist dann in der Pflicht, die Risiken zu delegieren, zu รผberwachen und zu steuern.
Dimension 5: Umfang
Hierbei handelt es sich um den schnell verwechselten Artgenossen von โQualitรคtโ. Oft wird innerhalb von Projekten die Diskussion gefรผhrt, ob Aufgabe X โinscopeโ oder โnot inscopeโ ist; also im Umfang oder nicht im Umfang des Projekts. Diese Diskussion ist absolut wichtig und gerechtfertigt. Jedoch muss sie richtig gefรผhrt werden. In der Praxis reden Leute meist von den vom Projekt zu liefernde Eigenschaften. Bei unserer Olympiade zum Beispiel von โMarmor- oder Teppichbodenโ. Wie aber bereits in der Dimension โQualitรคtโ gut erlรคutert wurde, handelt es sich hierbei um Eigenschaften, also dem Zustand des Produktes, also um Qualitรคt, nicht um โ wie so oft fรคlschlicherweise verwendet โ Scope/Umfang. Der Umfang beschรคftigt sich โ plastisch gesagt โ mit der Anzahl der Marmorplatten, die benรถtigt werden.
Dimension 6: Nutzen
Als Nutzen wird der erwartete Mehrwert des Projekts bezeichnet. Der Nutzen kann in seiner Art und Gรผte durchaus unterschiedlich ausfallen. So gibt es den monetรคren Nutzen: Wenn ich X entwickle, erwarte ich Y an Return on Investment. Hier ist der Blick allein auf den finanziellen Aspekt des Projekts. Darรผber hinaus gibt es allerdings auch nichtmonetรคren Nutzen. So kann die Olympiade neben ihrem finanziell durchaus positiven Effekt vor allem auch Prestige fรผr London mit sich bringen. Hieraus kรถnnen sich neue Touristen erschlieรen, die nach der Olympiade den Urlaub in London verbringen wollen und damit neue Arbeits- plรคtze in London schaffen. Mit Verlaub, letztlich kann man beinahe alle Grรผnde so durchkonjungieren, dass man am Ende bei dem Faktor Euro bzw. Geldeinheit landet.
PRINCE2 Projektsteuerungskreislauf: Die 4 Schritte

Kommen wir nun nochmal zum PRINCE2 Projektsteuerungskreislauf zurรผck. Oder kurz gesagt zum Inbegriff von โManagenโ. Aber was bedeutet eigentlich managen? Der erste Schritt im Managen eines Projekts โ oder im Projektsteuerungskreislauf โ ist der Schritt โPlanenโ, welcher natรผrlich im ersten Anlauf einen enormen Aufwand darstellt. Bleiben wir bei unserem Olympia-Beispiel. Die ersten Planungsmeetings des Projektteams werden durchaus sehr umfangreich und sehr unstrukturiert gelaufen sein. Gleichgรผltig, welche Dimensionen geplant worden sind: Ob Risiko oder Zeit, ob Budget oder Qualitรคt, es wird am Anfang in nur sehr wenigen Fรคllen tatsรคchlich eine ganz konkrete Planung vorhanden sein.
Das ist aber auch nicht schlimm. Der Projektsteuerungskreislauf ist, wie es der Name schon sagt, ein wiederkehrender Mechanismus. Ein Mechanismus, der bewirkt, dass es eine kontinuierliche Planung, Delegation, รberwachung und Steuerung innerhalb eines Projekts gibt. Hierdurch entstehen nicht nur von Durchlauf zu Durchlauf eine feinkรถrnigere Planung, sondern auch eine hรถhere Lernrate. Die kontinuierliche Verbesserung wird hierdurch fortlaufend ge- pflegt. Machen wir das Ganze mal anhand eines Beispiels unserer olympischen Hรคuser klar.
Schritt 1: Planung
Hierbei wird sich der Projektmanager mit seinem Teammanager โHรคuserbauโ und anderen wichtigen Personen in einem ersten Planungsmeeting Gedanken รผber die Lage der neu zu errichteten Hรคuser gemacht haben. Wichtig ist hierbei zu beachten, dass man mit der hรถchsten Planungsebene beginnt. Wie hier zum Beispiel die Lage. Es ist zu erwรคhnen, dass der Projektmanager hierbei kaum fachliches Know- how besitzen muss. Er muss den Gesamtรผberblick รผber die Projektorganisation be- wahren, das Fach Know-how zur Erstellung der Produkte bringt der Teammanager mit. Der Projektmanager sollte zum Beispiel darauf achten, dass die wichtigsten Sta- keholder wie zum Beispiel vorgeschriebene รmter mit am Planungstisch sitzen. Nach- dem das Thema โLageโ annรคhernd gut geplant worden ist, geht es um erste Maรnah- men, die operationalisiert werden sollen.
Schritt 2: Delegieren
Dies stimmt der Teammanager mit dem Projektmanager ab und nimmt das Ergebnis zur fachlichen Umsetzung mit an sein Team. Der Projektmanager hat somit den zweiten Schritt im Projektsteuerungskreislauf vollzogen: er hat delegiert. Bei der Delegation von Aufgaben ist es wichtig, dem Teammanager genรผgend Entscheidungstoleranzen mit auf den Weg zu geben. In der Praxis kommt es oft vor, dass der Projektmanager dem Teammanager wenig bis gar keine Entscheidungskompetenz mitgibt. Das hat zur Folge, dass der Teammanager sich wegen jeder Kleinigkeit an den Projektmanager zu wenden hat. Das hat dann nicht mehr viel mit gutem Pro- jektmanagement, sondern vielmehr mit unnรถtigem Mikromanagement โ also dem Management von kleinsten Angelegenheiten zu tun. Hat der Teammanager die Aufgaben und Kompetenzen des Projektmanagers รผbernommen, beginnt der Projektsteuerungskreislauf auf der nรคchsten Delegationsebene von vorne. Auf der von uns aktuell beschriebenen Ebene des Projektmanagers beginnt wรคhrenddessen der nรคchste Schritt im andauernden Projektsteuerungskreislauf: die รberwachung.
Schritt 3: รberwachung
Hierbei ist โรberwachenโ keinesfalls negativ zu bewerten. Vielmehr geht es darum, einen qualitรคtssichernden Mechanismus in das tรคgliche Projektbusi- ness einflieรen zu lassen. Innerhalb des Schrittes โรberwachungโ muss im Vorhinein รผber die vorherrschenden Parameter gesprochen werden. Es sollten Berichts- und Es- kalationswege und Mechanismen eingerichtet werden, um immer die richtige Infor- mation zum richtigen Zeitpunkt an die richtige Person oder Stelle geben zu kรถnnen. Wie genau diese รberwachungstools auszusehen haben, wird ebenfalls im Thema โFortschrittโ genauer beschrieben. Hier sind neben den richtigen Tools auch Meetings beschrieben, welche zu einer adรคquaten รberwachung durchgefรผhrt werden sollten.
Schritt 4: Steuerung
Im letzten Prozessschritt geht es darum, den in der รberwachung festgestellten Abweichungen mit Umsetzungsmaรnahmen entgegenzuwirken.
Zusammenfassung: PRINCE2 Projektsteuerungskreislauf
Der PRINCE2 Projektsteuerungskreislauf besteht aus sechs Dimensionen (Zeit, Kosten, Qualitรคt, Risiko, Umfang & Nutzen) und vier Schritten (Planung, Delegieren, รberwachung & Steuerung). Um ein Projekt erfolgreich nach der erfolgreichen Methode aus Groรbritannien managen zu kรถnnen, muss man sich zwingend an diese elf Aspekte halten. Sie bilden einen regulierten Kreislauf, der dem Projekt eine gewisse Sicherheit und Planbarkeit gibt.
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๐ Unser Fazit:










